Wer ich bin und was ich mache
Wurzeln & Perspektiven
Geboren in Eckernförde, aufgewachsen an der Schlei – ich bin ein Landei. Früh wurde ich mit der Realität unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten und Biografien konfrontiert: In meiner Familie lebten immer mehrere Pflegekinder, die ihre eigenen, von meiner Realität oft weit entfernten Erfahrungen mitbrachten. Das und die Erfahrung, als Kind deutscher Eltern auf eine dänische Schule zu gehen, prägten mich sehr. Es lehrte mich früh, dass es auf dieser Welt sehr unterschiedliche Wahrnehmungen und Perspektiven gibt.
Akademischer Weg & Wohnprojekt
Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Geophysik studieren, stieß dann aber durch Zufall auf die Ethnologie. Ich war in Mittelamerika, Indonesien und Pakistan unterwegs und habe schließlich über einen pakistanischen Sufi-Schrein promoviert (Dissertation). Parallel zur Arbeit am Geographischen Institut der Freien Universität Berlin habe ich mit anderen die Wohnungsbaugenossenschaft Uferwerk in Werder aufgebaut, wo ich heute mit meiner Frau und unseren fünf Kindern lebe. Ebenfalls in Werder habe ich das Projekt Klimawerkstatt Werder initiiert.
Stationen in der Beteiligung
Ab 2016 war ich in der Stadt Falkensee für Bürgerbeteiligung zuständig. Dort habe ich unter anderem das Jugendforum aufgebaut und das aufsuchende Losverfahren entwickelt (nachzulesen im Buch „Wir holen euch ab!“, gemeinsam mit Katharina Liesenberg und einem Vorwort von Peter Fox). In dieser Arbeit habe ich gelernt, dass ich nicht nach Pakistan reisen muss, um Unterschiedlichkeit zu erleben – das geht auch vor der eigenen Haustür, wenn wir aktiv an den Türen der Menschen klingeln.
Ab 2019 war ich in meiner Wohnstadt Werder für Beteiligung zuständig. Neben einem der größten Beteiligungsverfahren Brandenburgs zur Neuausrichtung des Baumblütenfestes habe ich den Zukunftshaushalt Werder eingeführt – den ersten Bürgerhaushalt in Deutschland, bei dem ausschließlich Kinder und Jugendliche über die Vergabe der Gelder entscheiden dürfen.
Die Wahlkreistage
2019 hat mich die Initiative Es geht LOS kontaktiert um über meine Erfahrungen mit Losverfahren zu sprechen. Sie wollten mich davon überzeugen mit ihnen für einen nationalen Bürgerrat zu kämpfen. Das habe ich gerne gemacht, aber für mich war sofort klar: Wenn wir Beteiligung auf nationaler Ebene mit ausgelosten Menschen umsetzen, braucht es den persönlichen Kontakt, der auf kommunaler Ebene selbstverständlich ist. So entstand die Idee, Menschen direkt in ihren Wahlkreisen auszulosen und mit Abgeordneten ins Gespräch zu bringen. Diese Idee der Wahlkreistage haben wir über mehrere Jahre erprobt. Heute engagiere ich mich im Institutionalisierungsbeirat des Projekts Hallo Bundestag.
Und sonst?
Ich gebe regelmäßig Trainings für das Aufsuchende Losverfahren oder spreche zu Beteiligungs- und Demokratiethemen auf nationalen und internationalen Events (z.B. (G1000), oder (z2x). Mein neuestes Projekt ist der Youtubekanal Völlig Losgelöst auf dem ich mich jeden Monat einer wichtigen Frage rund um das Thema Beteiligung widme.
Neben der Demokratiearbeit bin ich weiterhin in meiner Genossenschaft aktiv. Darüber hinaus liebe ich es, Dinge zu bauen: ob ein Kanu (mit dem ich früher Musiker in Berlin aufgenommen habe CanoeConcerts ), ein Saunaboot, eine Boulderwand (Instructable) oder der Umbau eines 300 Jahre alten Steinhauses in Südfrankreich (Die ganze Reise hier). Außerdem liebe ich Musik und Tennis und träume davon, irgendwann einmal um die Welt zu segeln.
Interviews, Beiträge, Publikationen
Interview zum Aufsuchenden Losverfahren auf Englisch: Deliberative Democracy Digest
Interview zu Bürgerbeteiligung auf bürgerrat.de
Wissenschaftliche Publikationen
